Supervisions-Sitzung Konstanze Höppner Berufsausbildung
B 4
„Innerer Löwe und Panik“ (Panik)
Die 60-jährige Klientin gerät oft ohne ersichtlichen Grund
in Panik. Sie hat schon einige Sitzungen genommen. In dieser Sitzung soll sie
ihren „inneren Löwen“ kennen lernen, um auf der Symbolebene
zu trainieren, mit ihrer eigenen Power umzugehen. Schritt für Schritt nähert
sie sich der Energie des Löwen und wird dabei immer wieder mit ihrer Panik
konfrontiert. Sie will sich dann am liebsten wieder zurückziehen, wird
aber von der Therapeutin im Kontakt mit dem Löwen gehalten. So entsteht
ganz langsam eine Vertrauensbasis, die es der Klientin ermöglicht, mit
immer mehr Energie umzugehen. Sie kann sich schließlich sogar dem Ekelgefühl
aussetzen, welches in ihr hochsteigt, wenn ihr der Löwe in ihrer Vorstellung
über das Gesicht leckt. Sofort kommt eine Panik auslösende Situation
aus ihrer Kindheit hoch - ein anderes Kind hatte ihr einen lebenden Frosch in
die Badehose gesteckt und anschließend gemeint, sie solle sich nicht so
anstellen. Die Klientin ist von Ekel und Panik überwältigt, kann aber
jetzt - mit dem „inneren Löwen“ an ihrer Seite - neu agieren.
Sie stellt die Kinder zur Rede und behauptet sich, so dass diese es nicht mehr
wagen, sich so einen Spaß mit ihr zu machen. Dann geht die Klientin mit
ihrem „inneren Löwen“ zu ihrer Mutter, von der der Mustersatz
„Stell dich nicht so an“ geprägt wurde. Auch hier steht ihr
der Löwe hilfreich zur Seite, was zu einer, für die Klientin völlig
überraschenden Verwandlung der Mutter führt. Die Klientin kann nun
den Löwen ganz deutlich an ihrer Seite spüren, was noch verstärkt
wird durch die Anweisung der Therapeutin, in den Löwen rein zu gehen und
aus dessen Augen die Welt zu sehen und zu erleben. Die Klientin nimmt die ganze
Kraft und Präsenz, die Power und Durchsetzungskraft in sich auf und erlebt
dann sogar, wie sie es zum ersten Mal wagt, die Macht des Stärkeren auszuleben.
In ihren inneren Bildern ist sie nun der Löwe und reißt ein schwächeres
Tier, um ihren Hunger zu stillen. Die Klientin trifft am Ende der Sitzung eine
Vereinbarung mit dem Löwen, dass er ihr bei Panik auslösenden Situationen
zukünftig zur Seite steht, was sie kurze Zeit später in der Realität
erfolgreich testen kann.
Th.: Wo bist du jetzt?
Kl.: Irgendwo sitze ich und schau mich immer um, nach links, nach rechts, nach
vorn, nach hinten.
Th.: Was siehst du? Was nimmst du wahr?
Kl.: Also..... also ich sitze auf einer Bank und schau mir die schöne Landschaft
an.
Th.: Wie sieht die Landschaft aus? -die Klientin beschreibt eine wunderschöne
Landschaft in der es sogar noch einige schneebedeckte Berge gibt- (sie atmet
tief ) ((da die Therapeutin ihre Klientin bereits kennt und weiß, dass
sie jedem eingeworfenem Impuls der Therapeutin folgt, ignoriert sie den Schnee,
um sie heute, wie vorher abgesprochen, ihren Löwen treffen zu lassen))
Wie fühlst du dich? Wie ist dein „Grund-Lebensgefühl”?
Kl.: Ein wenig gespannt, neugierig, was wohl kommt. Kleine Anspannung in meinem
Leib... und im Hals, würde ich sagen.
Th.: Ja, mach mal deinen Hals ein wenig frei (die Klientin räuspert sich)
...und, hast du Lust, deinen Löwen mal zu rufen? -Klientin bejaht- Ja,
dann ruf ihn mal, schau mal, ob er kommt. -die Klientin zögert- Du kannst
ihn einfach mit „Löwe” ansprechen. Der wird schon irgendwie
reagieren.
Kl.: Hallo Löwe, bist du da in der Nähe irgendwo? ... Löwe -zaghaft-
Löwe... Ja, er taucht da auf, irgendwo links rüber.
Th.: Wie weit ist er entfernt? Wie sieht er aus? -die Klientin erzählt,
er sei ca 20m weg-
Kl.: Sehr stolz, hat eine große Mähne, aber er wirkt sehr ruhig.
Th.: Ja, wie findest du den? Es ist dein Löwe!
Kl.: Ja also, er sieht ganz zutraulich aus. -Pause-
Th.: Magst du mal hingehen, oder kommt er auf dich zu?
Kl.: Er kommt so gaaanz langsam in meine Richtung. Ja, ich bin schon langsam
gespannt, wie er sich verhält. Jetzt steht er vor mir.... und hebt doch
tatsächlich eine Pfote (erstaunt! Therapeutin lacht) So ungefähr,
wer bist du denn, was willst du denn da... -Naturgeräusche der Steppe werden
eingespielt- Ja, das ist ein sehr schönes Gefühl...
Th.: Ja, was ist dein Impuls? Möchtest du ihm deine Hand geben als Begrüßung,
oder....
Kl.: Ja, das überlege ich auch gerade (Therapeutin lacht)
Th.: Schau mal, was du machen möchtest.... auf ihn zugehen, oder....
Kl.: Ich würde ihm gern mal über das Fell streicheln, aber ich weiß
ja nicht, wie der das auffasst.
Th.: Ja, dann tu es einfach mal, trau dich einfach mal. -Sie ist unsicher und
sehr zögernd- Kannst du es?
Kl.: Ja, er knurrt ein wenig. -die Therapeutin fragt, wie er knurrt- so, als
wäre er zufrieden. -die Therapeutin fordert sie zu einem direkten Kontakt
auf, zur direkten Ansprache- ((die direkte Ansprache ist erforderlich, um sich
direkt im Geschehen zu erleben)) Löwe, bist du zufrieden? Ja, er ist ganz
friedlich.
Th.: Wie ist das für dich? -Sie antwortet, es sei sehr schön- Hast
du ihm jetzt mal so richtig schön die Mähne gestreichelt, gekrault,
oder...
Kl.: Ja, ich hab erst jetzt nur so ganz vorsichtig da hinter der Mähne
da den Rücken runter gestreichelt. Ich weiß nicht, ob ihm das gefällt,
wenn ich da so seine Mähne berühre. Ich versuche es mal ... hm...
hm, es geht, aber er knurrt und macht und tut...
Th.: Wie ist das für dich?
Kl.: ...er verhält sich relativ ruhig. -DieTherapeutin fragt nach ihrem
Gefühl- Mein Gefühl ist ganz gut.
Th.: Ja, wie ist das mit dem Löwen, wenn er da so zwar ein bisschen knurrt,
aber er sieht ja doch schon stolz aus... Ist er stark oder mehr schwächlich?
-die Klientin empfindet ihn als sehr stark, Pause- Wie bewegt er sich jetzt?
Steht er noch, oder hat er sich hingelegt, oder was passiert?
Kl.: Ja, er sitzt auf seinen Hinterpfoten und die vorderen so aufgestützt.
Er versucht aber immer wieder mit der Taste, oder wie soll ich sagen, Patze
(die Therapeutin lacht: Tatze) mich zu berühren -die Therapeutin will wissen,
ob es sich mehr als bedrohlich oder mehr als zutraulich anfühlt- Mehr zutraulich,
ja.
Th.: Wie ist es, könntest du ihm vertrauen? - Klientin bejaht- Sag ihm
das mal!
Kl.: Also, Löwe, du, ich könnte dir vertrauen. Du machst einen sehr
zutraulichen Eindruck auf mich. -die Therapeutin fordert sie auf, mal seine
Tatze zu berühren, sich berühren zu lassen!- ...es passiert nichts.
Die Krallen hat er drinnen. -Pause- ((Die Klientin möchte zwar gerne Vertrauen
haben, hat es aber noch nicht. Das ist an ihren vorsichtigen Reaktionen zu erkennen))
Th.: Magst du ihn mal in den Arm nehmen, oder...? -Die Klientin nimmt vorsichtig
seine rechte Tatze und streichelt sie ein wenig, freundet sich vorsichtig mit
ihm an- Wie ist das Gefühl?
Kl.: Oh, ganz gut. (leises Löwengeknurre wird eingespielt, langsam lauter
werdend) ((durch das Einspielen der Löwengeräusche wird das Gefühl
realer))
Th.: Wie geht es dir jetzt?
Kl.: Wie mir ist? Ja, der Löwe..., als wenn er ein bisschen aufsässig
werden will. (Lautes Löwengebrüll!!) Er fletscht seine Zähne
schon. -Therapeutin fragt, wie sie sich fühlt- Ja, ich fühle mich
schon ein wenig unsicher, muss ich sagen... -die Klientin ist nicht nur unsicher,
sie ist auch wieder ein bisschen in die Erstarrung gegangen. Die Therapeutin
spielt sehr lautes Löwengebrüll ein-
Th.: Das ist jetzt deine Löwenenergie und deine Löwenenergie steht
für Kraft, Wut, Aggression und wenn du dich ein bisschen mulmig fühlst,
ist das so etwas wie: Du hast diese Power in dir ((der Löwe ist als groß,
stark und kraftvoll erschienen, muss also von Natur aus Power haben, sonst wäre
er eher klein und mickrig erschienen)), aber irgendwo hast du auch Angst vor
dieser Power, sonst würdest du dich nicht mulmig fühlen. Da gilt es
jetzt, dir diese Power, diese Energie, diese Löwenenergie zum Freund zu
machen. Schau dir diesen Löwen jetzt noch einmal an. Was immer du jetzt
tun willst, versuch mal, ihn dir zum Freund zu machen. Wie immer du das anstellen
willst, schau mal, was dein Impuls ist. Du kannst alles tun. Und beachte, wie
er sich bewegt und was du dabei empfindest, wo dir was schmerzt oder wo du frei
wirst. Erzähl es ihm, lass deiner Phantasie freien Lauf..... -Pause-
Kl.: Also Löwe, ich streichele dich abermals. ((die Klientin drückt
sich sehr gewählt aus, sie scheint noch sehr in ihrer Vorstellung, aber
auf Abstand zu sein. Es kann noch nichts passieren, was von allein entsteht))
Ich mag dich -Löwengebrüll- Ahja -spontan- ...soll das heißen,
dass du mich auch magst? -DieTherapeutin fragt, wie er antwortet- Ich hab es
so verstanden, dass er mich auch mag.
Th.: Super -leises zufriedenes Schnurren wird eingespielt. Klientin sagt sehr
zögernd, er versuche, mit ihr zu spielen- Ja, toll, spiel mit ihm! -Klientin
lacht und ist aber auch unsicher-
Kl.: Wie stell ich das jetzt an, dass ich ihm nicht irgendwie komisch drücke
oder so ((bei reiner Prozessarbeit wäre jetzt ein Einstieg in die Realebene
möglich: kennst du das aus deinem Leben oder ähnlich)) -die Klientin
reagiert ganz konfus-
Th.: Lass alles zu. Horch mal, wie er schnurrt. -leises Löwengeschnurr-
Kl.: erstaunt, freudig: Ja, ich kraule ihm auch nochmals seine Mähne. Das
findet er gut. -Sie soll es ihm direkt sagen und mal fragen, ob das stimmt-
Findest du das gut, Löwe? Gefällt dir das? ... Ja, es gefällt
ihm. -während der ganzen Zeit wird Löwengeschnurre und -gebrüll
eingespielt- Also, so langsam könntest du doch mal Ruhe geben. Ich brülle
auch mal gleich so los wie du. Ob dir das auch gefällt? -DieTherapeutin
fordert auf, es zu tun. Die Klientin knurrt. Therapeutin lacht.- Oh -erschrocken-
((in diesem Ausruf erkennt die Therapeutin, dass die Klientin nun tatsächlich
in ihrem Geschehen ist!))
Th.: Er hat reagiert?
Kl.: Ja, er hält inne.... -leise Geräusche, Pause- ja, also, ich liege
da jetzt halb um seinen Bauch oder Rücken herum und hab ihn mit beiden
Armen so umfasst. Scheint ihm zu gefallen. ((die Klientin hat in der heutigen
Sitzung Schwierigkeiten mit der direkten Ansprache))
Th.: Magst du mal reingehen in den Löwen und aus den Augen des Löwen
die Welt betrachten? Schlüpfe mal rein in diesen Löwen. -Klientin
lässt nur ein zögerlichen „hm“ hören- .... Kannst
du aus seinen Augen schauen? Siehst du dich da bei deinem Löwen liegen?
-Die Klientin bestätigt- Wie ist das Gefühl? -Es ist der Klientin
ganz angenehm, antwortet sie zögernd- Fühle mal deine Kraft, deine
Stärke, deine Energie jetzt im Löwenkörper. -Gebrüll- Schau
mal, wie die Franziska reagiert.
Kl.: ist etwas überrascht und erstaunt: Also, sie guckt doch noch ein bisschen
mit ängstlichen Augen. -leises Gebrüll- (Jetzt ist das Gefühl
der Klientin echt, nicht „gewollt”, einfach ehrlich)
Th.: Was möchtest du als der Löwe tun? Möchtest du ihr etwas
sagen?
Kl.: Ja, du brauchst keine Angst zu haben, ich tue dir nichts. -leise Schnurrgeräusche-
hmhm, sie sitzt ziemlich still da, ja, mag sich nicht gerne bewegen vor dem
Löwen.
Th.: Ja, das bedeutet soviel wie, du musst ihr noch zeigen, dass du ihr wirklich
nichts tust, dass du ein Teil von ihr bist, dass sie diese Power, deine Energie
nutzen kann. Du kannst ihr das irgendwie vermitteln. Schau mal, was du tun möchtest,
als der Löwe. ((Wenn sie als der Löwe aktiv wird, kommt es bei der
Klientin direkt über das Gefühl an. Da der Löwe ja auch sie selbst
ist, weiß er genau, wie er sich ihr nähern kann, ohne daß sie
in Starre oder Panik verfällt. Die Erklärungen durch die Therapeutin
sollen sie nur unterstützen, am „Ball” zu bleiben, was Panik-Klienten
sehr oft sehr schwer fällt))
Kl.: Also, ich nehme jetzt mal meine Pfote und dann ..eh... streichele ich...,
also ganz langsam gehe ich jetzt auf ihr Gesicht zu und streichele ihr Gesicht.
... also mit der oberen Seite, mit der weichen Seite.
Th.: Ja, super! Du kannst ja auch vielleicht mal mit der Zunge mal so über
das Gesicht fahren, das ist ja auch eine liebevolle Bewegung. (Die Klientin
zuckt erschrocken zusammen und hält den Atem an) Schau mal, vielleicht
mag sie das. (Die Vorschläge der Therapeutin kommen intuitiv)
Kl.: Hm, ich glaube nicht (Sie lacht verlegen) -sie soll es einfach mal versuchen-
((die Therapeutin verfolgt damit eine vage Ahnung und will das Erschrecken verstärken,
was sofort wieder „im Griff” war)) ja -aber abwehrend-
Th.: Ja, musst du nicht. Schau mal, was sie macht. ... Versuch ruhig mal, verrückte
Dinge zu tun...
Kl.: Also, ich nehme jetzt meine Zunge und lecke ihr erst mal die Hände
ab.... Jaaa, gut, du gehst vorsichtig ran, nicht? -Löwengeschnurr- Ist
ein bisschen kitzelig -Die Klientin und Therapeutin lachen- ((die Therapeutin
weiß nicht genau, wer da zu wem spricht, will aber nicht unterbrechen,
um sie nicht gleich wieder heraus zu reißen))
Th.: Deine Zunge ist ja auch rauh.
Kl.: Ja, sie (die Klientin) geht auch schon ein klein wenig mit dem Kopf zurück
-Schnurren-
Th.: Frag sie mal, weshalb sie mit dem Kopf zurückgeht. -sie tut es-
Kl.: Ja, sie hat Angst, dass meine Zunge in ihr Gesicht kommt. Ja, davor hat
sie Angst.
Th.: Frag sie mal, hat sie Angst davor oder ist ihr das unangenehm oder eklig
oder so... -Die Klientin als Löwe fragt die Franziska-
Kl.: Ja, es ist ihr unangenehm, eklig. Ja, das mag sie nicht.
Th.: Frag sie mal, ob sie das kennt aus ihrem Leben, dass ihr etwas unangenehm
und eklig ist. ((Da die Klientin in den vergangenen Sitzungen oft ihre eigenen
Empfindungen nicht „wahr” haben wollte und gleich in den „Kopf”
ging, lässt die Therapeutin den Löwen direkt fragen. Wenn der Löwe
sie fragt, ist sie ehrlicher, da sie sich ja in dem Fall selbst fragt)) -Sie
fragt ihre innere Franziska- Lass mal eine Situation aufsteigen...
Kl.: Ja, sie sagt, irgend jemand hat ihr mal als Kind einen Frosch in die Badehose
gesteckt.
Th.: Sei mal da. Das Kind mit dem Frosch in der Badehose, die kleine Franziska.
... hm, wie ist das?
Kl. entsetzt: Das ist so eklig, ich hab gezittert und geschrieen.
Th.: „Du zitterst und schreist”, sei da, im Hier und Jetzt. ((sie
würde sofort in ihr Gefühl kommen, wenn sie im Hier und Jetzt wäre))
...Wie alt bist du? -die Klientin ist 6 oder 7 Jahre alt, sie geht nicht rein
ins Gefühl- Ja, schau mal wer dir den Frosch da in die Badehose gesteckt
hat. Schau dich mal um. Wer ist da? Wer war das? -sie schaut sich um, weiß
es aber nicht- ((...weil sie nicht im Gefühl ist)) Schau dich um! Du musst
es wissen. Wer war es? Wer steht bei dir,... oder etwas weiter entfernt und
lacht sich halb tot? Wer ist da? Guck mal! Sei mal ganz da! ((sie ist im Verstand,
will anscheinend wieder nichts sehen)) Schick deinen Verstand auf die andere
Matte da. -das kennt sie schon aus vergangenen Sitzungen und schickt ihn in
die Ecke zum Zusehen- ((wenn der „Verstand” nicht unterdrückt
wird, sondern „da sein” und zusehen darf, aufpassen darf, dass der
Klientin nichts „passiert”, wirkt er nicht mehr, sondern er zieht
sich wieder zurück)) Jawohl, das ist gut. ... Hol mal den Frosch aus deiner
Badehose raus. Wie ist das für dich?
Kl.: Der ist so glitschig, so eklig. Ich fühle mich ganz, ganz elendig.
Th.: Ja, sei mal in diesem Gefühl. Schneid es nicht ab. Spüre mal
den Frosch in deiner Badehose. Steckt er hinten in der Badehose oder vorne?
((Die Klientin soll richtig ins Fühlen kommen, das kann sie nur, wenn sie
mit diesem Frosch so konfrontiert wird, dass sie tatsächlich wieder in
der damaligen Situation „ist”)) -sie teilt mit, das er seitlich
steckt- Spüre das mal, spüre mal den Frosch an deiner Haut. Spüre
mal das Glitschige, Eklige. -die Therapeutin betont alles mit einer gewissen
Dramatik in der Stimme. Und endlich kommt die Klientin in das Gefühl. Sie
gibt Ekeltöne von sich, schüttelt sich, sie ist erst leise und wird
immer lauter. Die Therapeutin unterstützt durch Zuspruch und die Klientin
schreit igittegitt und ihhh und ähnliches. Sie soll es alles fließen
lassen und nichts zurückhalten.- ((durch jede Emotion, die abfließen
kann, wird Energie, gestaute Energie freigelassen, Blockaden lösen sich))
Kl.: Oh nein! -Die Therapeutin verstärkt mit Sprüchen und dramatischer
Prozessmusik- igittegitt, nein, igittegitt!
Th.: Ja, was wollen deine Hände machen (sie sind verkrampft)
Kl.: Dieser Glitschfrosch, näh -Die Klientin weint- ihh, ich nehme ihn
raus und schmeiße ihn in hohem Bogen weg (totaler Ekel). Wer war dieses
Ferkel? -empört. Sie weint, hat aber immer noch ihre gewählte Sprache,
hält sich zurück in Sprache, Ausdruck-
Th. provoziert: Ja, Scheiße, ihh.
Kl.: Mist, igitt, Scheiße ( befreit) -Musik noch lauter- (die Klientin
ist plötzlich entspannt) Oh, ich bin so froh, dass der Frosch jetzt aus
der Hose raus ist. -Die Therapeutin fragt, wo der Frosch jetzt ist- Weg, der
ist weg! Ich hab ihn weggeschmissen. -erst jetzt hat die Therapeutin Gelegenheit
zu fragen, ob der Frosch lebend war, was die Klientin bejaht. Ob er noch gezappelt
hat, die Klientin bejaht wieder-
Th.: Hm, ruf mal denjenigen auf, der dir den Frosch in die Badehose gesteckt
hat. Sag, er soll herkommen.
Kl.: Wer war das? Komm sofort her zu mir. -es soll wohl energisch klingen, ist
aber tatsächlich nur weinerlich, also kommt auch niemand- Wer von euch
war das? -sie wird leicht ungeduldig-
Th.: Wer ist da? Wer ist „Euch” Wieviel Kinder sind da? -es sind
viele- Guck sie dir mal an. Was meinst du, wer könnte das gewesen sein?
Guck sie dir alle mal an, der Reihe nach. Wie reagieren sie? Lachen sie? Oder...
gucken sie erschrocken? -Die Klientin ist total ernüchtert-
Kl.: Nee, es lacht keiner.
Th.: Wie schauen sie? Sind sie betroffen von deinem Schreien? -was anscheinend
stimmt- Sag ihnen mal, dass sich das bis in dein heutigen Leben zieht.
Kl.: Ich sag euch, das zieht bis in mein heutiges Leben, was ihr da gemacht
habt. -die Therapeutin bestätigt und fragt nach der Reaktionen- Ach, das
glaubst du doch wohl selbst nicht, sagt der eine. -sie soll ihn nach seinem
Namen fragen. Sie tut es, aber er reagiert nicht, sagt nichts. Die anderen sagen
ihr, sie soll sich nicht so anstellen.
Th.: Sag das noch einmal! ((Ein typischer Mustersatz! Sie wird im Leben nicht
ernst genommen und traut sich kaum noch zu sagen, wenn sie in Panik verfällt.
Sie leidet daher lieber meistens still vor sich hin))
Kl.: Stell dich nicht so an. -die Therapeutin erklärt, dass das ein Mustersatz
sei und fragt, wo er herkommt. Die Klientin ist verdutzt. Sie spricht ihn noch
mehrfach aus, anfänglich sehr leise und resigniert, unbeteiligt. Sie soll
den Verstand weg lassen.-
Th.: Fühle mal den Satz in dir: STELL DICH NICHT SO AN! (betont und fest)
-Klientin wiederholt leise und zart- Wer hat das zu dir gesagt?
Kl.: Stell dich nicht so an (leise und kaum hörbar)
Th.: Wie ist das mit diesem Satz -Die Therapeutin wiederholt ihn mit zarter
und leiser Stimme- Franziska, ist der so zart und brav zu dir gesagt worden?
Oder ist er gesagt worden: STELL DICH NICHT SO AN!! ( laut, kräftig) -Klientin
bestätigt das letztere, ist aber nicht im Gefühl. Sie wird nochmals
aufgefordert, ihn auszusprechen, wie sie ihn empfunden hat. Die Klientin imitiert
aus der Erinnerung, betont. Sie soll es mehrfach wiederholen und tut es auch
und kommt damit allmählich in ihre Gefühle- ((manchmal ist der Klient
so von sich abgeschnitten, dass er nur durch die Wiederholung eines Mustersatzes
wieder Bezug dazu bekommt. Oft ist der Mustersatz, wie in diesem Fall, so Bestandteil
des Lebens, dass er so selbstverständlich ins Leben integriert wird, ohne
es zu bemerken)) Wer sagt das? -im selben Tonfall der Klientin. Die Klientin
ist sich nicht sicher, aber meint, er könnte von ihrer Mutter stammen ((das
stimmt, denn er ist in der 1. Session schon mal bei einem anderen Thema von
der Mutter gesagt worden, wurde da aber nur als Nebenthema registriert)) Sie
soll die Mutter herholen-
Kl.: Hallo Mutti. -Sie soll ihr sagen, dass dieser Satz eben zu ihr gesagt wurde
und was er mit ihr machte. Sie erzählt es ihrer Mutter-
Th.: Wie reagiert sie? -Pause- Was sagt sie? - Pause- Interessiert sie das?
-Pause, dann erklärt sie, dass die Mutter keine abwehrende Bewegung macht
oder so- Hört sie dir zu? Frag sie mal, ob sie dir zugehört hat, eben.
Kl.: Hast du mir zugehört, Mutti? -Die Therapeutin fordert sie auf, es
ihr noch einmal zu erzählen, was sie dann auch sogar etwas fordernd und
aufmüpfig tut- und dann wird mir ganz komisch und ich fühle mich unwohl,
verletzt. -sie soll mal in dieses Gefühl reingehen, gucken, wie das ist,
es mal beschreiben- Ja, unfähig kommt hin.
Th.: Wie reagiert deine Mutter, wenn du ihr das so sagst? -sie bräuchte
sich nicht so fühlen, bekommt die Klientin von der Mutter zu hören-
Ist das so was wie: stell dich nicht so an, nur mit anderen Worten? Frag sie
mal. ((Sie soll sie fragen, weil es sonst zwar evtl. richtig aber evtl. auch
nur eine Interpretation der Therapeutin sein könnte))
Kl.: Ist das jetzt auch so ein Ausdruck, so ähnlich wie stell dich nicht
so an, Mutti? Sie sieht das nicht so -die Klientin glaubt ihr nicht, sie fühlt
sich deprimiert. Sie soll es ihr sagen- Ich fühle mich fast deprimiert,
Mutti. Das gefällt mir überhaupt nicht. Ich hab doch immer das getan,
was du wolltest. Jetzt will ich nicht mehr! -Die Therapeutin reagiert darauf
sofort- ((Mustersatz!!))
Th.: Ja, sag es: Ich hab immer das getan, was du wolltest. jetzt will ich nicht
mehr. -Die Klientin spricht nur nach, ohne Gefühl. Die Therapeutin fordert
sie auf, es nochmals zu wiederholen. Daraufhin ergänzt die Klientin es
sogar mit den Worten, jetzt mache ich das nicht mehr. Sie ist auch lauter, mehr
sie selbst. Die Therapeutin wiederholt jeden Satz noch lauter ((Durch das laute
Wiederholen verliert die Klientin ihre Angst vor ihrer eigenen Stimme und kann
selbst Lautstärke zulassen. Dadurch kommt sie wieder in ihre Gefühle))
Sie reagiert nicht mehr auf die Therapeutin, sondern die Worte kommen wie von
selbst-
Kl.: Ich mache das nicht mehr! Ich bin alt und erwachsen! Ich mache das, was
ich will, was mir gefällt und was ich für richtig halte und nicht
das, was du für richtig hältst. -Pause- Sie ist jetzt eingeschnappt,....
aber sie sagt, ja, das sehe ich ein, dass du jetzt groß bist, dass du
allein entscheiden kannst. -Sie soll der Mutter ihre Wahrnehmung erzählen,
soll ganz in der Situation sein- Mutti, ich sehe, dass du eingeschnappt bist.
- Bin ich ja gar nicht, sagt sie.
Th.: Ah ja, ist das so eine Art Trotzkopf da? -Klientin bestätigt- Wie
ist das für dich?
Kl.: Ja, das sagt mir schon mal was, dass sie...., naja...., schon mal beigeben
will.
Th.: Der erste Schritt, so was? -Klientin nickt- Sag es ihr, dass du das alles
wahrnimmst.
Kl.: Also, Mutti, ich nehme das wahr, dass du vielleicht durch dein Verhalten
jetzt denkst, vielleicht hab ich recht. -Sie soll fragen, ob das stimmt- ((Dadurch
kann sie testen, ob ihr der eigene Verstand etwas eingegeben hat oder ob es
tatsächlich so ist, denn wenn es nicht stimmt, wird das Abbild der Mutter
ihr dies nicht bestätigen)) Stimmt das? Ja, nicht ganz, aber sie räumt
das ein. -Die Klientin soll ihre Mutter fragen, ob sie der Klientin bei der
Auflösung dieser Mustersätze, die mit ihr zu tun haben und allem,
was dazu gehört, helfen wird- Mutti, bist du bereit, diese dämlichen
Mustersätze, die da immer von dir kommen, dass ich sie auflösen kann,
dass du mir dabei hilfst? -Pause- Ja, sie ist bereit. -Die Klientin macht ihr
mit ihren eigenen Worten noch klar, dass das jetzt ein Versprechen ist und dass
da mehr dahinter steckt, als jetzt nur einfach ja zu sagen. Sie muss sie durch
die Höhen und Tiefen, und auch bei Problemen begleiten, so dass sich wirklich
alles lösen kann. Die Mutter ist dazu bereit- ((Dies wird ein anderer Prozess.
Bis dahin gilt die Vereinbarung zur Mithilfe)) - ((Es ist wichtig, diese Erkenntnisse
mit den vorherigen ausgelösten Bildern zu verknüpfen. Dadurch kommt
der Prozess in Gang und ein Chaos mit einer darauf folgenden neuen Ordnung kann
entstehen)) -Die Klientin geht jetzt wieder zu ihrem Löwen. Sie erzählt
ihm die Froschepisode mit ihrem Ekel und dass seine Zunge mit dem Speichel sie
ebenso angeekelt hat. Danach schlüpft sie wieder in den Löwen, um
aus seiner Warte, aus seinen Augen zu gucken. Sie sieht wieder, wie die Franziska
bei ihm liegt. Sie soll ihr ins Gesicht schauen-
Th.: Löwe, du hast es jetzt gehört, was die Franziska dir erzählt
hat. Wie ist das für dich?
Kl.: Der Löwe hat Mitleid! (Klientin total erstaunt!!) -sie soll es ihr
direkt sagen- Ich hab Mitleid mit dir, Franziska. Was mache ich denn nur mit
dir? -Pause..., der Löwe soll seiner Phantasie freien Lauf lassen und der
Franziska beibringen, dass sie sich vor ihm und seiner Zunge und seinem Speichel
nicht ekeln muss-
Th.: Mach ihr das mal irgendwie klar. Schau mal, was geht. -leises Löwengeschnurr-
Schau mal, wie er sich bemüht (zu Franziska)
Kl.: Ich möchte dich am liebsten drücken, aber dann hast du ja auch
wieder Angst.
Th.: Tu es einfach. Versuch es mal. Schau mal, wie sie reagiert. Vielleicht
hat sie ja jetzt mehr Vertrauen. Sie weiß ja jetzt, dass du Mitleid mit
ihr hast.
Kl.: Ja, ich streichle dich mit meinen Pfoten. ...auf dem Arm, auf dem Rücken,
auf den Beinen. So still sitz ich jetzt vor dir. Das gefällt dir schon
besser.
Th.: Schau mal, was möchtet ihr jetzt machen? Schlüpfe mal wieder
in die Franziska und sag deinem Löwen mal, was ihr jetzt machen wollt.
-Die Therapeutin schlägt vor, sich von ihm seine Welt zeigen zu lassen.
Sie reitet auf dem Löwen, sagt ihm aber, er soll nicht so schnell vorwärts
traben. Sie ist neugierig, wohin er sie führen wird. Sie kommen zu einem
Tümpel, wo er erst säuft und dann badet. Sie soll einfach mit ihm
baden, aber der Tümpel ist ihr unbekannt, sie traut sich nicht. Erst als
die Therapeutin sie aufmerksam macht, dass der Löwe sie ja beschützt,
geht sie zögernd rein. Das Wasser ist schön warm und sehr angenehm-
Kl.: Löwe, du spritzt so um dich. -sie spritzt zurück, das geht dann
eine Weile hin und her (Löwengeräusche und Wasserfließen vom
Bach, Naturgeräusche werden eingespielt), nach einer Weile fragt die Therapeutin,
ob sie noch beim Baden sind- Nein, wir gehen jetzt wieder raus. Der Löwe
schüttelt sich. Ich kriege die ganze Fuhre ins Gesicht. -Therapeutin und
Klientin lachen-
Th.: Wie ist das für dich? Ist das immer noch ekelig?
Kl.: Nein, das ist spaßig und lustig. -sie fordert ihn auf, mit der Schüttelei
aufzuhören, er sei jetzt sowieso halbwegs trocken- Ja, jetzt gehen wir
weiter. Ich gehe jetzt auch zu Fuß. -Sie fragt ihn, wo er sie hinbringe.
Die Therapeutin schlägt vor zu fragen, ob er Familie hat, oder was immer
sie an ihm interessiert. Schließlich sei er ihr Energieanteil, ihre Power-
Th.: Schau mal, vielleicht hat er noch Familie. Dann hast du noch mehr Power.
Frag ihn, was immer du fragen willst. ((Die Klientin braucht jede Unterstützung
durch die Therapeutin, da sie leicht wieder in ihre Abgeschnittenheit fällt,
was ihr typisch ist und vermutlich mit ihren Panikanfällen zu tun hat))
Kl.: Sag mal, spazierst du ganz alleine durch die Gegend oder hast du auch eine
Familie? Ja, die hat er und da gehen wir jetzt hin. Wir gehen da jetzt durch
ein Dickicht. Viele Tiere. ... Fast wollte ich da jetzt schon wieder Angst haben.
...aber ich denke, du Löwe, bist doch mein Beschützer.
Th.: Genau, vor welchen Tieren hast du denn Angst?
Kl.: Schlangen, Skorpione, aber der Löwe beschützt mich. Also gehen
wir jetzt immer weiter. Es wird jetzt ein bisschen dunkel da im Dickicht. Die
Sonne kann da nicht mehr durchdringen. Es ist sehr warm, feuchtwarm. (Naturgeräusche
werden eingespielt) ...Überall quakt und vibriert und pfeift und singt
es. Das scheint den Löwen gar nicht zu interessieren. -Die Klientin erzählt
vom ihren Eindrücken und dass sie dann so allmählich wieder dort herauskommen-
Da sind so ein paar Felsvorsprünge, so was höhlenartiges. Der Löwe
macht jetzt Halt. -Sie soll ihn direkt ansprechen- Warum hältst du hier
auf einmal? -Die Familie des Löwen wohnt dort und der Löwe holt sie
heraus. (Löwengebrüll wird eingespielt) Die Therapeutin schlägt
vor, doch mal in die Höhle hineinzugehen, aber die Klientin traut sich
nicht, weil die anderen Löwen sie ja nicht kennen. Die Therapeutin betont
noch einmal, dass sie alles machen kann, es seien ihre Energieanteile und dass
sie ruhig verrückte Dinge tun kann.- (Löwengebrüll ist wieder
zu hören) Ja, sag mal, warum brüllst du denn so? -Sie erzählt,
dass der Löwe die anderen aufwecken will und dass das erste Weibchen herauskommt.
Sie soll der Löwin erzählen, wie sie sich fühlt- Ich fühle
mich doch ein bisschen ängstlich. Du, Löwe, sag deinem Weibchen da,
sie soll sich ja ruhig verhalten. Ich bin euer Freund... Jetzt kommen noch 2
kleine Löwen und die wollen spielen.
Th.: Wie ist das für dich? -sie zögert- Spiel mit ihnen. Du darfst
rumtollen auf dem Boden und kreuz und quer. -Die Klientin spielt mit den kleinen
Löwen und tollt mit ihnen herum. Sie freut sich sehr und ist sehr gelöst
(während des ganzen Spielt läuft im Hintergrund Löwengeschnurre
und -geräusche) dann provoziert die Therapeutin ((um die Klientin mit ihrem
Ekel zu konfrontieren, daran kann festgestellt werden, wieweit sich die Hintergründe
schon verändert haben)), dass die Kleinen ja mit ihr spielen und dabei
ganz automatisch auch ihr Gesicht ablecken- Wie ist das für dich?
Kl.: Ich hab das gar nicht bemerkt! -sie ist erstaunt und erzählt dem Löwen,
dass sie gar keinen Ekel mehr empfindet. Sie soll den großen Löwen
mal dazu kommen lassen- Der sagt mir gerade, merkst du denn gar nicht, was du
schon alles gelernt hast? Du hast das schon total akzeptieren können! -Die
Therapeutin bekräftigt mit einem „Toll!” -Ah ja- Die Klientin
ist völlig erstaunt-
Th.: Schau mal, ob du seine Zunge auch schon akzeptieren kannst. (Löwengeschnurre)
Schau mal, ob es geht und wie er dich beschmust und mit seiner Zunge kommt.
((Wenn diese Provokation von der Klientin angenommen wird und sie darauf einsteigt,
kann sie entweder tiefer in ihr Thema und in einen weiteren Prozess rutschen
oder sie kann ihren Ekel auflösen)) Wie ist das für dich? .... Diese
riesige tapsige Zärtlichkeit....
Kl.: Das ist schön.
Th.: Wie fühlt sich das an? -Die Klientin ist begeistert und fühlt
sich wunderbar-
Kl.: Was seid ihr denn so unruhig? Wir freuen uns, dass du da bist und uns Gesellschaft
leistest, kommt von den Löwen. Das ist schön, dass ihr euch auch freut
und dass wir eine so schöne Freundschaft geschlossen haben. -Sie bedankt
sich, dass sie ihr ihren Ekel genommen haben und verabschiedet sich von der
Familie. Sie lässt sich weiter von ihrem Löwen seine Welt zeigen-
Th.: Schau mal, wo es euch jetzt hinzieht. -Die Therapeutin schlägt einige
verschiedene Dinge vor. Die Klientin entscheidet sich, wieder in den Löwen
hinein zu gehen und empfindet plötzlich einen sehr starken Hunger. Sie
sieht sich um und entdeckt eine tolle Welt aus den Augen des Löwen. Sie
erlebt den Geruch der Wildnis sehr intensiv. Sie wird zwischen ihrem Hunger
und ihrer Abscheu vor dem Töten anderer Tiere hin- und hergerissen- Aber
du weißt, dass es die Natur des Löwen ist, andere Tiere zu schlagen,
zu fressen... Wie ist es für dich? Spürst du den Hunger in seinen
Gedärmen? -Die Klientin bejaht. Sie hat großen Hunger und sucht sich
jetzt eine mögliche Beute aus. Einen Leoparden, der natürlich schneller
ist. ((dadurch muss sie sich dem Töten nicht stellen. Doch es ist ein Ausweichen
oder Weglaufen vor unangenehmen Dingen)) Die Therapeutin befragt sie, ob sie
solche Situationen aus ihrem realen Leben kennt, in denen sie weiß, sie
ist die Stärkere und sich dann nicht traut zu siegen. Sie kennt das, bevor
sie jedoch konfrontiert werden kann, entscheidet sie sich für ein Zebra.
Sie geht sehr professionell mit der Beute um, ein Halsbiss reicht aus. Sie wird
aufgefordert, sich richtig in den Löwen reinzuspüren, zu fühlen,
wie das ist, ein Tier gerissen zu haben. Sie riecht das süße Blut
und erklärt voller Überzeugung, dass es als Raubtier ein schönes
Gefühl ist, fette Beute zu haben, aber sie frisst es noch nicht-
Th.: Du bist jetzt das Raubtier, du bist der Löwe, du kannst deine Zähne
ins Fleisch schlagen. Tu es mal, trau dich. -Sie tut sich noch schwer, aber
dann stillt sie ihren Hunger-
Kl.: Es schmeckt, es ist alles, was ich brauche. Jetzt bin ich zufrieden. -Sie
leckt sich das blutige Maul sauber und geht dann gaaanz langsam, voll gefressen
unter einen schattigen Baum- Ich freue mich jetzt, dass ich keinen Hunger mehr
leiden muss. -Sie hat jetzt erstmal Lust zu schlafen. (Musik wird eingespielt)
Die Klientin schlüpft aus dem Löwen raus und kuschelt sich an ihn.
Das Gefühl der Sattheit und des Löwen Körpergefühl nimmt
sie mit und es wird mit der Musik geankert. Als der Löwe aufwacht und sich
reckt fährt er mit seiner Zunge über Franziskas Gesicht, es ist kein
Ekel mehr da! Um sich in jeder Situation an ihn und seine Kraft erinnern zu
können, erbittet sie sich ein Geschenk und bekommt die „Gelassenheit”
in Form einer grossen Locke aus seiner Mähne. Sie bedankt sich bei ihm.
Ein Hustenreiz steht noch immer für zu wenig Vertrauen und Selbstzweifel,
ob das auch in ihren Panikattacken funktioniert. Mit dem Einlaufen von blauer
Farbe wird unterstützt.
-Der Löwe nimmt jetzt unsichtbare Gestalt an und begleitet sie zurück
in die Situation als 6jährige in der Badehose. ((Diese Geschichte mit dem
Frosch muss unbedingt noch einmal angeschaut werden. Damit wird auch gleichzeitig
kontrolliert, ob sich nicht nur ihr Ekel, sondern auch ihre Ohnmacht, nichts
tun zu können verändert hat. Nur durch das Verknüpfen und Handeln
in allen Bildern kann ein genügendes Chaos entstehen, um die Ordnung in
eine höhere neue und gesunde Ordnung zu kippen)) Sie schaut sich um und
sieht das Kind mit dem Frosch. Sie hustet, aber ihr Löwe ist bei ihr. (Löwengebrüll
wird eingespielt) und sie wird aufgefordert, noch einmal seine Kraft zu spüren.
Sie ist total erstaunt und sagt, dass das andere Kind gar nicht zu ihr hinkommt.
Es bliebe im Hintergrund mit dem Frosch in der Hand-
Kl.: Kind, wirf den Frosch wieder fort. -Pause- Ja, er macht es sofort. -Die
Therapeutin fragt, wie sich das anfühlt- Stark! ... ein starkes Gefühl
(noch einmal Löwengebrüll) -Die Therapeutin fragt, ob sie dem Kind
noch irgend etwas für die Zukunft mitteilen möchte, und sie wünscht
ihm alles Gute-
Th.: Schau dich noch einmal nach dem anderen Kind um, was vorhin gesagt hat,
du sollst dich nicht so anstellen. Schau es dir an. Wie sieht das jetzt aus?
(Löwengebrüll)
Kl.: Das Kind spricht nicht mehr so! (erstaunt) Hast du deine Lektion gelernt?
... Die anderen Kinder sehen ja nicht meinen unsichtbaren Löwen! -Die Therapeutin
fordert sie auf, diese Situation tief in sich aufzunehmen. Diese Macht als 6jährige
einer ganzen Horde Kinder mutig gegenüber zu treten-
Th.: Dieses Gefühl, wie ist das?
Kl.: Unwahrscheinlich schön, erfreulich schön. Das macht frei! (Musik
zum Ankern wird eingespielt)
Th.: Sei mal ganz da und nimm dieses Gefühl total in dich auf. Die Kraft,
den Mut, die Energie von deinem Löwen und fühle in deiner Hosentasche
den Büschel der Mähne, das Geschenk deines Löwen. -Danach geht
sie mit dem Löwen zu ihrer Mutter gehen-
Kl.: Mutti, ich stehe hier mit meinem Löwen und ein Kind hat vorhin zu
mir gesagt, stell dich nicht so an. ((das Kind sagte es in der veränderten
Vision zwar nicht mehr, aber um die Reaktion der Mutter neu zu erfahren, ist
es sinnvoll, sie noch einmal mit dieser Aussage zu konfrontieren. Auch ist das
der Test, ob die alte Ordnung wirklich in eine neue, höherwertige und stabile
Ordnung gekippt ist)) Welches Kind hat das gesagt (die Klientin ruft es ganz
spontan aus)
Th.: Toll, ja super, ja, was ist dein Impuls? Wie ist die Haltung deiner Mutter?
Kl.: Die ist total auf meiner Seite und ganz empört, dass ein Kind so etwas
sagt. -Die Therapeutin schlägt vor, der Mutter ihre Erlebnisse mit ihrem
Löwen zu erzählen, oder ihn Gestalt annehmen zu lassen, um mal zu
testen, wie die Mutter darauf reagiert. Sie lässt ihn Gestalt annehmen.-
Oh, sie hat Angst, auja, sie hat Angst. (Löwengebrüll) Also, Mutti,
in Zukunft kann ich dir sagen, was ich will! Ich hab meinen Löwen immer
bei mir! -Pause- Sie kann das noch nicht so hinnehmen. -Die Klientin lacht darüber,
die Therapeutin freut sich mit. Die Klientin macht ihr klar, dass es egal ist,
wie und ob sie das hinnimmt. Sie soll erst einmal sehen, dass es ab jetzt so
ist. Danach verabschiedet sie sich von ihrer Mutter und der Löwe brüllt
auch noch mal. Jetzt fordert die Therapeutin die Klientin auf, einmal in eine
reale Situation in die Stadt zum Einkaufen zu gehen, wo sie ihre Panikattacken
hat.
Th.: Sei mal ganz da, in dieser Situation. Und jetzt ist der Löwe unsichtbar
an deiner Seite. Und nun erlebe diese Situation noch einmal neu. Schau mal,
wie sich das verändert. -Der Klientin fällt es schwer, freiwillig
in die Situation einzusteigen, geht dann aber in eine Paniksituation ihres letzten
Urlaubs. Sie fühlt sofort ihre Panik- OK, und jetzt lass deinen Löwen
da sein, neben dir, (Löwengebrüll) fühle seine Power! Nimm sie
in dich auf. Fass in deine Hosentasche und drücke das Haarbüschel
ganz fest. Sei da! (Gebrüll) Was passiert? Wie ist dein Gefühl, dein
Lebensgefühl? ((Es ist wichtig, die Klientin erst einmal an die Hand zu
nehmen, ihre Angst vor der Panik zu überwinden, um ihr damit zu ermöglichen,
die Wirkung im geschützten Rahmen zu testen)) -Die Klientin lässt
sich ein Stück führen. Ihre Körperreaktionen sind erst verspannt
und lockern sich nur allmählich, dann aber total-
Kl.: Etwas besser.... aber ganz kurz zeigten sich Rückenschmerzen und Spannungen
im Leib.
Th.: Du kannst den Löwen bitten, jedes mal, wenn diese Anzeichen... Rückenschmerzen
und was immer du jetzt empfunden hast, kommen, soll er sofort bei dir erscheinen.
-Sie erklärt ihrem Löwen ihre Situation und dass sie ihn braucht.
Und sie sagt ihm auch, dass sie weiter daran arbeitet und er jetzt für
ihren Alltag da sein soll- Und jetzt kannst du noch mal reinschlüpfen in
den Löwen und guck noch mal aus seinen Augen, hör mit seinen Ohren.
Hat er verstanden, was du ihm gesagt hast?. Schlüpfe mal rein da. -Sie
tut es, und er will sie beschützen. Die Therapeutin fragt den Löwen
direkt, ob er (als der Löwe mit der Franziska in sich drinnen) mal in die
Franziska vor sich schlüpfen mag.- Schlüpfe mal rein in die Franziska
und guck mit deinen Löwenaugen aus Franziskas Augen, hör mit deinen
Löwenohren aus Franziskas Ohren. Schaffst du das? Und nimm deine ganze
Power mit in die Franziska und fühle mal, was die Franziska fühlt.
Wie beklommen sie sich manchmal fühlt. Schau mal, ob das geht. ((Die Therapeutin
möchte der Klientin bewußt machen, dass sie sich und der Therapeutin
nichts „vormachen” muss, dass es OK ist, wie es ist. Der beste Weg
ist im Augenblick, dass sie sich selbst wahrnehmen kann aus einer anderen Perspektive))
-Der Löwe nimmt den Vorschlag an und er fühlt ihre Beklommenheit.
Er ist sehr erstaunt darüber. Es ist nicht erkenntlich, ob der Löwe
oder die Klientin selbst nun so erstaunt über die immer noch vorhandene
Beklommenheit ist. Der Löwe macht der Klientin klar, dass er in Zukunft
immer für sie da ist. Sie vereinbaren, dass er sie im Alltag begleitet,
besonders in ihren Paniksituationen etc-
Die Ruhephase verbringt die Klientin zusammen mit ihrem Löwen, in der er
ihr noch etwas von ihrer Beklommenheit abnimmt.
Nach dieser Ruhephase hat die Klientin das erste Mal seit Anfang der Therapie
ein „rundes, zufriedenes Körpergefühl”. Sämtliche
Anspannungen und Schmerzen sind weg.
Als sie sich kurze Zeit später ihre Gallensteine operativ entfernen lässt,
kann sie ohne Panik ins Krankenhaus gehen, ihren Löwen hat sie dicht bei
sich.