Synergetische Innenweltreisen zum Thema Beziehungsprobleme (5 Sessions)

Beziehungsprobleme

- Gudrun Esser. „Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an“
Die Klientin leidet sehr darunter, dass sich in all ihren Beziehungen immer die gleichen Muster wiederholen. Sie wird ständig von ihren Partnern verletzt, besonders dann, wenn diese Alkohol getrunken haben. Schon zu Beginn der Sitzung nimmt die Klientin wahr, dass sie einen inneren Persönlichkeitsanteil in sich trägt, einen sog. „Verhinderer“, der sie vor Männern beschützt, aber auch tiefes Einlassen verhindert. Dieser „Verhinderer“ trägt in den inneren Bildern der Klientin weiße Handschuhe und drückt ihr sinnbildlich die Kehle zu - nimmt ihr die Luft zum Atmen. Im weiteren Prozess durchläuft die Klientin alle wichtigen Etappen ihres bisherigen Beziehungslebens und landet schließlich in einer Schlüsselszene aus ihrer Kindheit: Als sie noch sehr klein war, gab es einen Untermieter, der immer wieder im betrunkenen Zustand die Mutter der Klientin bedrohte. Die Klientin durchlebte damals große Ängste, kann aber in den inneren Bildern deutlich sehen, dass es damals den „Verhinderer“ schon gab und er damals schon beschützend an ihrer Seite war. Dies bedeutet, dass dieser Persönlichkeitsanteil noch früher enstanden sein muss. Die Klientin kann es zunächst kaum glauben,als sie sich plötzlich bei ihrer eigenen Geburt wiederfindet. Sie erlebt zu ihrem eigenen Erstaunen, wie sie von einem betrunkenen Arzt entbunden wird, der - und hier wird die Ankerung deutlich - weiße Handschuhe trägt. Der Geburtstag der Klientin war ein Sonntag und ihre erste Erfahrung mit Männern war mit Alkohol gekoppelt und mit Verletzung, denn der Arzt ging sehr lieblos mit ihr um. Nun steigt eine rasende Wut in ihr hoch und sie beginnt sich intensiv mit dem Arzt auseinanderzusetzen. Am Ende des synergetischen Prozesses ist der Arzt nüchtern, übernimmt seine Verantwortung und bringt nun die Klientin sehr liebevoll und einfühlsam zur Welt.Der nächste Schritt besteht in der Konfrontation mit dem betrunkenen Untermieter, solange bis auch der schließlich nüchtern wird und die Mutter der Klientin respektvoll unterstützt. Am Ende des Prozesses lösen sich die weißen Handschuhe des „Verhinderers“ auf und er verwandelt sich in einen inneren Begleiter der Klientin, der von nun an dafür sorgen wird, dass sie in Beziehungen ihre Bedürfnisse und Gefühle klarer ausdrücken kann. Ab jetzt scheint neuen, postiven Erfahrungen mit Männern nichts mehr im Wege zu stehen und den Mustersatz „Ich fange nie mehr was an einem Sonntag an“ kann die Klientin nun auch getrost loslassen.

- Ulrike Wiebus: „Unfall“
Die 30-jährige Klientin kommt zur Sitzung, um ihre Beziehungsprobleme zu bearbeiten. Immer wenn eine Beziehung sehr nah wird, kreiert sie sich Situationen und Verhaltensweisen, die zur Trennung führen. Zur Zeit ist sie sehr verliebt und hat jetzt natürlich Angst, auch diesen Mann wieder zu verlieren. Bereits im Vorgespräch kann aufgedeckt werden, wo diese Verlustangst ihren Ursprung hat. Die junge Frau erzählt von einem schweren Autounfall in ihrer Kindheit. Sie verlor als 4-Jährige ihre Mutter und ihre Freundin. Zunächst hält die Klientin einen Zusammenhang zwischen dem Unfall und ihrer Beziehungsproblematik für unwahrscheinlich, da sie zwei Jahre mit einem Therapeuten an diesem Trauma intensiv gearbeitet hat. Dennoch taucht sofort zu Beginn der Sitzung das Bild auf, wie sie in einem Auto sitzt und die Landschaft an ihr vorbeirast. Plötzlich ist alles grau und totenstill. Der Körper der Klientin spricht eine deutliche Sprache: Sie beginnt zu zittern, zu wimmern wie ein kleines Kind, die Hautfarbe wird ganz blass, die Zähne klappern, der ganze Körper bebt. Auf sehr einfühlsame Art und Weise wird sie von der Therapeutin durch diesen Prozeß begleitet. Am Ende des Prozesses steht die unerwartete Feststellung, dass ihr Geist immer noch in dem kaputten Auto liegt und unter dem Vordersitz eingekeilt ist. Die Klientin rennt zu dem Auto und holt ihren Geist zu sich. Wieder zeigen sich sehr heftige Körperreaktionen: Die Zähne klappern, der Körper zittert - dann freudige Tränen, die Haut wird rosig und die Gesichtszüge entspannen sich, der ganze Körper entspannt sich – tiefes, erleichtertes Ausatmen und die Finger lockern sich aus der Verkrampfung. Die Klientin hat zum ersten Mal das Gefühl, ganz in ihrem Körper zu sein, sie fühlt sich warm an spürt, wie sie die Welt jetzt erst wieder richtig wahrnehmen kann, so als ob bisher eine Distanz zwischen ihr und der Welt gewesen wäre. Die Klientin fühlt sich - wie sie sagt - wie neugeboren. Wenige Wochen später hat sich ihre Beziehung wunderbar entwickelt und stabilisiert - Hochzeitspläne werden sogar geschmiedet.

- Anette Graßme: „Das grüne Meer“
Die Klientin findet in dieser Sitzung den Einstieg in ihre Beziehungsthematik über wunderschöne Phantasiebilder. Sie taucht tief in ein weites, grünes Meer ein, wo sie ein unterirdisches Schloß mit verschiedenen Gängen, Treppen und Räumen entdeckt. Im weiteren Verlauf dieser inneren Entdeckungsreise landet sie schließlich bei dem Gefühl, ins Bodenlose zu fallen und kann sofort eine Verbindung herstellen zu ihrer derzeitigen Beziehung. Ihr Partner hat sich direkt nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes einer anderen Frau zugewandt, weil er sich von der Klientin vereinnahmt fühlte und mit der Verantwortung nicht umzugehen vermochte. Durch die innere Konfrontation nimmt die Klietin bei ihrem Partner ein Gefühl der inneren Zerissenheit wahr, welches sie sehr gut aus ihrer eigenen Kindheit kennt. In der Beziehung zu ihrer Mutter kann sie die gleichen Strukturen wie in all den Beziehungen zu ihren Partnern erkennen. Hier wurde sie vereinnahmt und glaubte die Verantwortung für das Glück der Mutter übernehmen zu müssen. Da der Konflikt auf dieser Ebene immer noch nicht geklärt werden kann, geht die Klientin noch eine Generation weiter zurück und setzt sich mit dem Vater ihrer Mutter auseinander - solange bis die Mutter in der Lage ist, die Klientin loszulassen und dem Fluß des Lebens ganz tief zu vertrauen. Die innere Struktur beginnt sich grundlegend zu verändern, so dass die Klientin schließlich in der Lage ist, sowohl ihren Partner als auch ihren Sohn innerlich loszulassen. Nach dieser Sitzung hat sich die Klientin innerhalb kurzer Zeit von ihrem Partner getrennt und ihrem Leben eine neue Richtung gegeben. Sie hörte auf, ihre Gefühle mit Alkohol zu betäuben und konnte sich wenige Wochen später auf eine neue, zum ersten mal wirklich partnerschaftliche Beziehung einlassen.

- Arya Simml-Hausladen: „Beziehungsprobleme“
Die 40-jährige Klientin ist verheiratet und hat 2 Kinder. Sie fühlt sich in ihrer Ehe sehr unwohl und denkt auch bereits über Trennung nach. Vor einigen Jahren wurde eine Brustamputation auf der echten Seite bei ihr vorgenommen. Obwohl alles gut abgeheilt ist, hat sie das Gefühl, dass „etwas nicht stimmt“. In der Sitzung landet die Klientin in einem Raum, wo sie 20 Jahre altes eingewecktes Obst vorfindet. Ihre Ehe wurde vor 20 Jahren geschlossen und sehr schnell kann in dieser Sitzung auch über körperliche Symptome, wie Kratzen im Hals und Anspannung im Bauch ein Bezug zu ihrer Ehe hergestellt werden. In all den Jahren fühlte sich die Klientin von ihrem Mann verletzt und unterdrückt, schaffte es aber nie, die Verletzungen auszdrücken, geschweige denn sie zu stoppen. In der Sitzung kann die Klientin dies nun endlich nachholen und zugleich den Hintergrund in der Beziehung zu ihrem Vater aufdecken. Dadurch gelingt es ihr, als ersten wichtigen Schritt, sich selbst zu verzeihen. In den inneren Bildern verändern sich daraufhin die Gefühle zu ihrem Mann, er hört in ihrer Vorstellung auf, sie zu verletzen und auch die körperlichen Symptome verschwinden. Das alte Obst kann endlich entsorgt werden und das geringe Selbstwertgefühl der Klientin - anderen Frauen gegenüber -kann sich grundlegend verändern: Sie sieht sie nicht mehr als Konkurentinnen, die sowieso besser sind als sie, sondern kann ihnen die Hand reichen. Tiefgreifende Veränderungen haben stattgefunden.

- Renate Hille: „Innere Lähmung, Beziehunsprobleme"
Die Klientin erlebt in dieser Sitzung mehrere Situationen, in denen sie sich handlungsunfähig und wie gelähmt fühlt. Da hinter den auftauchenden Symbolbildern vermutlich sehr traumatische Erlebnisse stehen und sie sich noch ganz am Anfang ihres Therapieprozesses befindet, fällt es ihr noch sehr schwer, sich auf eine innere Konfrontation mit ihnen einzulassen. Immer wieder verläßt sie die Szenen, die ihre Hilflosigkeit wiederspiegeln. Und auch die inneren Abbilder ihrer Eltern schickt sie zunächst wieder weg. In einem alten traurigen Baum, der innen ganz leer ist, kann sie schließlich ein bisschen Schutz finden und so ihren Weg in der Innenwelt fortsetzen. Am Ende gelingt eine Auseinandersetzung mit ihrem Mann und die Klientin erhält die Botschaft, sich mehr und mehr dem zu überlassen, was ist. Sie erklärt sich als ersten Schritt damit einverstanden und setzt die Arbeit in ihren ineren Bildern und Strukturen in weiteren Sitzungen fort.

 

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Zuletzt aktualisiert am: 06-Mai-2017 20:53
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